Keine festen Werte – immer praktisch einstellen


Eine häufige Frage von Einsteigern: Auf welche Temperatur muss ich den Draht einstellen? Die ehrliche Antwort: Es gibt keinen festen Wert. Die optimale Drahttemperatur hängt vom Material, vom Raumgewicht, von der Drahtlänge und von der gewählten Schnittgeschwindigkeit ab. Deshalb wird die Temperatur immer praktisch am echten Material eingestellt – nicht theoretisch aus einer Tabelle abgelesen.

Schritt 1: Netzteil richtig einstellen

Die Drahttemperatur wird über das Netzteil eingestellt. Netzteile haben zwei Regler: einen für die Spannung (Volt) und einen für den Strom (Ampere). Volt voll aufdrehen – das ist der feste Ausgangspunkt. Den Ampere-Regler auf ca. 2.3–2.4 A als Startwert einstellen. Der Ampere-Wert ist das eigentliche Stellrad für die Drahttemperatur: mehr Ampere = heißerer Draht, weniger Ampere = kühlerer Draht.

Netzteil mit Volt- und Ampere-Regler für Heißdrahtschneidemaschine

Schritt 2: Probeschnitt und Feinjustierung

Nach dem Netzteil-Startwert kommt der Probeschnitt. Schnittgeschwindigkeit festlegen – als Richtwert für EPS ca. 450–500 mm/min, für XPS ca. 350–400 mm/min. Material einlegen und einen kurzen Probeschnitt durchführen. Den Schnittspalt beobachten – der Abstand zwischen Draht und Material während des Schnitts. Ist der Spalt kleiner als ca. 2 mm: Ampere erhöhen. Ist er größer als ca. 2 mm: Ampere reduzieren. So lange wiederholen bis der Schnittspalt konstant ca. 2 mm beträgt.

Probeschnitt wird durchgeführt – Einstellvorgang Drahttemperatur

Der optimale Schnittspalt: ca. 2 mm

Der Schnittspalt ist der sichtbare Abstand zwischen dem Draht und dem noch ungeschmolzenen Material während des Schnitts. Der Idealwert liegt bei ca. 2 mm. Bei diesem Wert schmilzt der Draht das Material vor sich weg ohne es direkt zu berühren – das Ergebnis sind saubere Oberflächen, scharfe Kanten und hohe Maßhaltigkeit.

Richtwerte Schnittgeschwindigkeit je Material

Automatischer Stromregler – konstante Qualität den ganzen Tag

Netzspannungsschwankungen können die Drahttemperatur verändern ohne dass der Bediener es bemerkt. Das Ergebnis: schwankende Schnittqualität über den Tag. Der automatische Stromregler löst dieses Problem. Er regelt mikroprozessorgesteuert die Drahttemperatur und gleicht Netzspannungsschwankungen automatisch aus. Er passt sich an Drahtlänge und Material an. Das Ergebnis: gleichbleibende Schnittqualität von morgens bis abends – unabhängig vom Stromnetz. Ab der CUT2500S ist der automatische Stromregler Standard, bei kleineren Maschinen optional erhältlich.

Automatischer Stromregler Nahaufnahme – Mikroprozessorsteuerung

Häufige Fehler bei der Temperatureinstellung


Der häufigste Fehler: den Schnittspalt nicht im Blick behalten. Temperatur und Geschwindigkeit können beide verändert werden – solange der Schnittspalt konstant ca. 2 mm beträgt, ist die Oberfläche in Ordnung. Ein subtileres Problem zeigt sich erst in der Praxis: runde Ecken nicht an der Außenkontur, sondern in der Blockmitte. Ursache ist ein Draht im Grenzbereich. In der Blockmitte – wo das Material feuchter oder dichter sein kann – muss der Draht mehr Energie aufwenden um das Material wegzuschmelzen. An einem Richtungswechsel hängt er dann nach: er kann den Weg nicht schnell genug freimelzen, kürzt die Kurve ab und die Ecke wird rund. Wer Geschwindigkeit und Temperatur beliebig erhöht kommt genau in diesen Grenzbereich. Die Lösung: Geschwindigkeit auf den Richtwert halten – EPS ca. 450–500 mm/min, XPS ca. 350–400 mm/min – und die Temperatur entsprechend so einstellen dass der 2 mm Schnittspalt konstant erreicht wird. Ein weiterer Fehler: die Temperatur nach einem Materialwechsel nicht neu einstellen. Und: kein Probeschnitt vor der Produktion. Der Probeschnitt kostet eine Minute und verhindert einen kompletten Ausschussblock.

Die Praxisregel von cnc-multitool

Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Schnittgeschwindigkeit festlegen – dann Volt voll aufdrehen – Ampere auf 2.3–2.4 A als Startwert – Probeschnitt – Ampere anpassen bis 2 mm Schnittspalt. Die Geschwindigkeit bleibt danach unangetastet. Das einzige Stellrad für Schnittspalt und Qualität sind die Ampere.

Häufige Fragen


Auf welche Temperatur muss ich den Draht einstellen?

Es gibt keinen festen Temperaturwert. Die optimale Temperatur hängt von Material, Raumgewicht, Drahtlänge und Schnittgeschwindigkeit ab. Vorgehen: Volt voll aufdrehen, Ampere auf ca. 2.3–2.4 A als Startwert, Probeschnitt machen, Schnittspalt beobachten, Ampere anpassen bis ca. 2 mm Spalt erreicht sind.

Wie stelle ich das Netzteil für den Heißdraht ein?

Netzteile haben zwei Regler: Volt und Ampere. Volt voll aufdrehen. Ampere auf ca. 2.3–2.4 A als Startwert einstellen. Probeschnitt machen und Schnittspalt prüfen: Spalt kleiner als 2 mm – Ampere erhöhen. Spalt größer als 2 mm – Ampere reduzieren.

Was ist der optimale Schnittspalt?

Der ideale Schnittspalt beträgt ca. 2 mm. Bei diesem Wert schmilzt der Draht das Material vor sich weg ohne es direkt zu berühren – saubere Oberflächen und hohe Maßhaltigkeit sind das Ergebnis.

Was tue ich bei einem Material mit höherem Raumgewicht?

Bei höherem Raumgewicht die Ampere erhöhen – nicht die Geschwindigkeit reduzieren. Das Ziel bleibt immer der 2 mm Schnittspalt. Ampere leicht erhöhen bis der Schnittspalt wieder ca. 2 mm beträgt.

Warum ändert sich meine Schnittqualität über den Tag?

Netzspannungsschwankungen können die Drahttemperatur verändern. Ein automatischer Stromregler löst dieses Problem – er hält die Temperatur konstant unabhängig vom Stromnetz.

Muss ich die Temperatur nach einem Materialwechsel neu einstellen?

Ja. Unterschiedliche Materialien und Raumgewichte erfordern unterschiedliche Temperaturen. Nach jedem Materialwechsel einen kurzen Probeschnitt machen und die Ampere neu einstellen.

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